Prostitution – Regulierung oder Abschaffen?

Veröffentlicht: 30. November 2013 in deutschland
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Auch wenn ich bezweifle, dass Prostitution das älteste Gewerbe der Welt ist (ich bin sicher, die Menschen waren erst Jäger, ein auch heute noch anerkannter Beruf), so kann man dennoch davon ausgehen, dass Prostitution schon lange existiert hat, in vielen verschiedenen Gesellschaftsformen. Wenn die einen behaupten, es könne jetzt ohne Probleme komplett abgeschafft werden, ist das meiner Meinung nach unrealistisches Wunschdenken; doch auch das Gegenargument, dass etwas derart Langlebiges einfach nicht entfernt werden kann, einfach weil es das schon immer gegeben hat, greift nicht. Mit der Abschaffung der Todesstrafe ist vor gerade mal 64 Jahren eine uralte Art der Kriminalitätsbestrafung entfernt worden, und wir kommen damit trotzdem gut klar. Fortschritt bedeutet auch Veränderung von Dingen, die wir „schon immer“ getan haben, und manchmal bedeutet Veränderung eben auch Abschaffung.

Bei der Diskussion fehlt mir die Antwort auf die eine Frage: Warum gibt es überhaupt Prostitution? Wenn wir uns das Ganze mal marktwirtschaftlich ansehen, dann ist das eine simple Form von Angebot und Nachfrage; gäbe es keine Nachfrage, gäbe es auch kein Angebot, sprich: Ohne Freier gibt es auch keine Prostitution. Also, warum gehen genügend Menschen (vornehmlich Männer, aber durchaus auch Frauen) zu Prostituierten für Sex, um das Gewerbe am Laufen zu halten? Es ist ja nicht so, als hätten Prostituierte ein Monopol auf Sex.

Ich könnte jetzt jede Menge Vermutungen anstellen, warum es Menschen zu Prostituierten hinzieht, aber ich möchte eigentlich eine richtige, fundierte Antwort haben. Erst wenn wir wirklich wissen, warum es diese Nachfrage gibt, können wir ernsthaft darüber reden, ob man Prostitution abschaffen kann oder nicht. Doch unabhängig davon sollte die Beantwortung der anderen Frage sein, nämlich wie man die Kriminalität aus diesem Gewerbe entfernt. Menschenhandel und Zwangsprositution sind leider Tatsachen, die wir nicht ignorieren können. Vielleicht war das Prostituiertengesetz unter Schröders Regierung der erste Schritt in die richtige Richtung, vielleicht liegt die Lösung aber auch ganz woanders. Ich habe darauf keine Antwort. Bei der Diskussion möchte ich nur darum bitten, zum einen den Fokus auch ein bisschen auf die Freier zu richten, denn ohne sie hätten wir dieses Thema überhaupt nicht, und zum anderen nach Möglichkeiten zu suchen, die Kriminalität nicht nur zu bekämpfen, sondern von vornherein aus dem Gewerbe rauszuhalten. Und nein, ich meine damit nicht die Abschaffung der Prostitution, das würde das ganze Gewerbe in die Kriminalität schieben, denn wir haben ja immer noch die Nachfrage nach diesem speziellen Angebot.

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