Leistung und Schutz

Veröffentlicht: 5. März 2012 in deutschland
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Es gibt Leistung, es gibt Schutz, es gibt Recht. Jedes einzelne dieser Teile für sich genommen ist etwas Positives. Zusammen ergeben sie jedoch ein Gesetz, welches nicht nur unlogisch, sondern auch noch schädigend ist.

Aber der Reihe nach: Unsere Regierung hat in ihrem Koalitionsvertrag 2009 sich auf die Einführung des sogenannten Leistungsschutzrechts geeinigt. Im Koalitionsausschuss, dessen Ergebnisse gestern veröffentlicht wurden, ging es unter anderem auch darum:

Gewerbliche Anbieter im Netz, wie Suchmaschinenbetreiber und News-Aggregatoren, sollen künftig für die Verbreitung von Presseerzeugnissen (wie Zeitungsartikel) im Internet ein Entgelt an die Verlage zahlen. (Quelle)

Sprich: Google und andere Suchmaschinenbetreiber, die mit Teasern und Links zu Presseartikeln auf den Onlineauftritten der Zeitungen führen, also die Aufmerksamkeit ihrer Nutzer auf eben jene Presseartikel lenken, sollen dafür bezahlen, dass sie den Verlagen und den Webseiten ihrer Zeitungen mehr Leser bringen.

Es ist schon eine Weile her, und ich weiß nicht mehr wo genau ich das gelesen habe, aber ein Blogger hat mal treffenderweise den Vergleich gezogen: Das wäre, als würde ein Restaurantbesitzer vom Taxifahrer ein Entgelt dafür verlangen, dass er die Gäste zu ihm gefahren hat. Stefan Niggemeier hat dazu bereits einen guten Beitrag verfasst.

Ich glaube, wenn ich bei Google für die News zuständig wäre, würde ich den Dienst einstellen, anstatt für einen Service, der auch den Verlagen zugute kommt, noch zusätzlich zu bezahlen. Persönlich verspüre ich gerade auch ein verschwindendes Maß an Lust, auf Onlinedienste von Zeitungen zu verlinken. Denn ich habe eine Befürchtung, wo die Verlage die Grenze ziehen werden. Kommen als nächstes vielleicht die Blogger dran, die aus einem Artikel zitieren und dann einen Quellennachweis erbringen in Form eines Links? Müssen sich vielleicht demnächst die Verlage untereinander für Links und Gegenlinks und Zitate und gegenseitig Abgeschriebenes Rechnungen schreiben?

Es geht hier nicht um das Urheberrecht. Es geht darum, wie Verlage mit Konkurrenz umgehen – vor allem mit Konkurrenz, die genau betrachtet keine ist.

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